Die SchülerInnen meines 8er GL-Kurses, den ich im Referendariat unterrichtet habe, haben grundsätzlich weder Material noch Hausaufgaben mit in den Unterricht gebracht. Zunächst habe ich wöchentlich Nachrichten an die Eltern der SchülerInnen geschrieben. Das hat einige Stunden gedauert, sodass diese Strategie langfristig nicht praktikabel war. Außerdem zeigte sich dadurch kein Erfolg.

Daher habe ich versucht, die Materialkontrolle für die SchülerInnen ins Positive zu wenden. Dazu habe ich Karten entwickelt, auf denen ich in jeder Stunde markiert habe, ob die SchülerInnen ihr Material dabei hatten. Für vorhandenes Material erhielten die SuS verschiedene bunte Stempel. Fehlendes Material wurde durch ein rotes X  markiert.

Durch die Stempelkarte bietet sich den SchülerInnen die Möglichkeit, einen Lobzettel zuhause zu zeigen.

Die SchülerInnen waren zunächst skeptisch und haben besonders die Stempel als albern empfunden. Nach wenigen Tagen entwickelten sie allerdings Spaß daran, die Stempel zu verdienen. Sie machten untereinander ein Spiel daraus, wer die meisten Stempel gesammelt hat. In dieser Lerngruppe hat die Stempelkarte gut funktioniert und konnte im Anschluss durch eine Stempelkarte für Hausaufgaben ersetzt werden. Das Konzept lässt sich also auf andere Probleme übertragen.