Informatiktag NRW in Münster

Prof. Dr. Herbert Kuchen hält einen Vortag über elektronische Prüfungen. Gemeint ist damit der Einsatz von Software für Diagnostik, Tests und Klausuren.

Der große Vorteil daran ist, dass die Eingaben der SuS automatisch korrigiert und auch statistisch ausgewertet werden. Dadurch ist es nachher leicht, Ergebnisse einer Prüfung zu interpretieren. Besonders im Bereich der Diagnostik ist das toll, weil die Tools zeigen, mit welchen Aufgaben die SuS die größten Schwierigkeiten haben.

Mögliche Aufgabenformate sind Single und Multiple Choice, Zuordnung, Lückentexte, Hotspots und Freitexte.

An der Uni wird z.B. LPLUS für die großen Klausuren am Ende des Semesters verwendet. Für den Einsatz in der Schule könnte dieses Tool zu teuer sein. Für Diagnostik und kurze Zwischenprüfungen werden Quiz-Tools vorgestellt: PINGO, ZIVinteraktiv.

An der Uni Münster wird allerdings auch ein eigenes E-Assesment Tool namens EASY entwickelt. Es ermöglicht die automatische Korrektur mathematischer Beweise über die Freitextfunktion. Auch von Studierenden hochgeladene Programme in Java und Haskell können nicht nur auf Korrektheit getestet werden, sondern auch auf Betrugsversuchen untersucht werden. Selbst wenn zur Vertuschung die Variablen unterschiedlich benannt werden, erkennt die Software noch das Plagiat. Über das UML Modul können Graphen, Klassendiagramme usw. korrigiert werden.

Alles in allem scheint EASY sehr viel zu bieten zu haben, was man in Schule gut gebrauchen kann. Leider ist für mich nicht ganz deutlich geworden, wie z.B. die Freitext-Musterlösung eingetragen werden muss, damit alle korrekten SuS-Lösungen erkannt werden. Der Vortrag war sehr auf den Uni-Kontext zugeschnitten, sodass für mich der Transfer auf schulische Einsatzmöglichkeiten schwierig war.

Die Software wird aktuell noch am Lehrstuhl getestet, könnte aber theoretisch bereits für Versuche an Schulen eingesetzt werden.